Visum, ETA oder gar nichts — was gilt für Österreicher?
Die kurze Antwort: ETA. Ein Visum brauchen österreichische Staatsangehörige für Besuche im Vereinigten Königreich nicht — Urlaub, Verwandte, Geschäftstermine und kurze Kurse sind bis zu sechs Monate pro Aufenthalt visumfrei. Seit dem 2. April 2025 verlangt Großbritannien dafür aber eine Electronic Travel Authorisation: eine digitale Einreiseerlaubnis, die vor Abflug online beantragt und elektronisch mit dem Reisepass verknüpft wird.
Wer aus Österreich anreist, sollte zwei Dinge auseinanderhalten. Die ETA ist die eine Neuerung — die andere, ältere: Großbritannien akzeptiert seit dem Brexit ausschließlich den Reisepass. Der Personalausweis, mit dem man früher nach England fliegen konnte, ist an der britischen Grenze wertlos, und ohne Reisepass lässt sich auch keine ETA registrieren. Beides zusammen heißt: Die Reisevorbereitung beginnt mit dem Blick auf das Passdokument, nicht mit der Flugsuche.
Der Rest ist gut machbar — und dieser Leitfaden führt durch: Antrag Schritt für Schritt, Gebühr und Gültigkeit, die Ausnahmen (Stichwort Doppelstaatsbürgerschaft), der Umstieg auf ein Visum, wenn aus dem Besuch mehr wird, und die Transitfrage für Weiterflüge über London. Zum Reiseziel selbst: die Länderübersicht Großbritannien.
Eine Genehmigung, kein Visum: das System hinter der ETA
Großbritannien hat mit der ETA nachgezogen, was die USA mit ESTA seit Jahren vormachen: Visumfreie Besucher werden nicht mehr erst an der Grenze, sondern vor dem Abflug überprüft. Der Abgleich der Passdaten läuft automatisiert beim britischen Innenministerium; genehmigt wird digital, ein Stempel oder Ausdruck existiert nicht. Die Erlaubnis gilt für das gesamte Vereinigte Königreich und zusätzlich für Jersey, Guernsey und die Isle of Man.
Inhaltlich ist die ETA strikt auf das Besuchen begrenzt: Sightseeing, Familie, Meetings, Konferenzen, ein Sprachkurs oder Kurzstudium bis sechs Monate. Nicht enthalten sind Erwerbsarbeit, ein längeres Studium, der Umzug nach Großbritannien oder die Eheschließung — dafür existieren eigene Visa-Kategorien. Und wie jede Einreiseerlaubnis dieser Art ist die ETA eine Boarding-Voraussetzung, keine Einreisegarantie: Das letzte Wort hat die Border Force bei der Ankunft, auch wenn Österreicher dort normalerweise per eGate in wenigen Minuten durchgewinkt werden.
- 1App laden oder Formular öffnen: Offiziell läuft der Antrag über die 'UK ETA'-App (iOS/Android), die den Passchip scannt und das Foto gleich mit aufnimmt, oder über das entsprechende Online-Formular. Eine Visa-Servicestelle übernimmt Antrag und Prüfung auf Wunsch komplett.
- 2Mit dem richtigen Pass beantragen: Die ETA hängt an genau einem Dokument: dem Reisepass, mit dem geflogen wird. Steht die Passerneuerung ohnehin an, zuerst den neuen Pass besorgen — mit dem alten Dokument erlischt auch die daran registrierte ETA.
- 3Gebühr zahlen: 20 Pfund pro Kopf: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung kostet jeder Antrag 20 £, zahlbar mit Karte, Apple Pay oder Google Pay. Die Gebühr wird bei Ablehnung nicht rückerstattet. Ausnahmen für Kinder gibt es keine — jede Person braucht ihre eigene ETA, vom Baby aufwärts; Eltern beantragen stellvertretend.
- 4Fragen wahrheitsgemäß beantworten: Abgefragt werden unter anderem Vorstrafen und frühere Einreiseverstöße. Die Entscheidung fällt maschinell — bei komplizierter Vorgeschichte ist das reguläre Besuchervisum mit menschlicher Prüfung häufig der klügere Einstieg.
- 5Bestätigung abwarten, dann buchen Sie entspannt: Meist liegt die Entscheidung binnen eines Tages vor; offiziell empfohlen sind drei Werktage Puffer. Die Genehmigung kommt per E-Mail mit 16-stelliger Referenz und hängt ab dann unsichtbar am Pass — beim Check-in wird sie automatisch mit dem Dokument ausgelesen.
Ein Antrag, zwei Jahre Großbritannien
Die Rechnung ist freundlich: 20 £ für zwei Jahre, unbegrenzte Einreisen, bis zu sechs Monate pro Besuch — oder bis zum Passablauf, falls der früher kommt. Wer beruflich regelmäßig zwischen Wien und London pendelt oder die Tochter im Auslandssemester besucht, erledigt die Formalität einmal und vergisst sie danach.
Nur zwei Dinge können die Rechnung stören: der Passwechsel, der immer eine neue ETA nach sich zieht, und der Versuch, aus dem Sechs-Monats-Besuchsrahmen ein faktisches Wohnrecht zu bauen. Aneinandergereihte Langaufenthalte fallen der Border Force auf — wer wirklich länger bleiben will, braucht das passende Visum, nicht die nächste ETA.
- Doppelstaatsbürger mit britischem Pass: Wer neben der österreichischen auch die britische (oder irische) Staatsbürgerschaft besitzt, ist von der ETA ausgenommen — und kann sie nicht einmal beantragen. Entscheidend ist der Nachweis beim Boarding: mit dem britischen Pass reisen oder ein 'certificate of entitlement' im österreichischen mitführen. Nur der rote Pass allein löst beim Airline-Check einen ETA-Alarm aus.
- Settled Status und andere britische Erlaubnisse: Österreicherinnen und Österreicher, die vor dem Brexit in Großbritannien gelebt und den Settled oder Pre-Settled Status erhalten haben, brauchen keine ETA — ihr Status ist bereits die digitale Erlaubnis im System. Gleiches gilt für Inhaber britischer Visa und für Aufenthaltsrechte auf den Kanalinseln oder der Isle of Man.
- Arbeit, Studium, Heirat: ab hier beginnt das Visum: Ein Dienstverhältnis bei einem britischen Arbeitgeber setzt ein Arbeitsvisum mit Sponsoring voraus, ein Studium über sechs Monate das Studentenvisum, die Hochzeit in England ein eigenes Verfahren. Alle Anträge laufen online mit Biometrie-Termin, bevor die Reise beginnt. Die diplomatische Vertretung des Königreichs in Österreich ist die Britische Botschaft in Wien.
- Plan B nach der Ablehnung: Wird die ETA verweigert, bleibt das Standard Visitor Visa: teurer und langsamer, aber mit vollständiger Einzelfallprüfung durch einen Caseworker statt einer automatisierten Datenbankabfrage.
Umsteigen, Sprachwoche, Kontrolle am Gate
Transit über London: Auf vielen Langstrecken nach Nordamerika liegt Heathrow als Zwischenstopp im Weg. Die Regel dreht sich um die Grenzkontrolle — wer airside bleibt (ein Ticket, kein Passieren der britischen Passkontrolle), braucht derzeit keine ETA; wer Gepäck neu eincheckt, getrennt gebucht hat oder in London übernachtet, sehr wohl. Die Ausnahme ist ausdrücklich vorläufig, und Airlines legen sie unterschiedlich aus — die ETA vorsorglich zu beantragen ist oft der ruhigere Weg.
Sprachwochen und Schulreisen nach England bleiben möglich, aber der Organisationsaufwand ist gewachsen: Jeder Schüler braucht Reisepass plus eigene ETA. Die einzige Schulgruppen-Ausnahme im System gilt für Klassen aus Frankreich auf einem speziellen Formular — österreichische Gruppen können sie nicht nutzen.
Und die Kontrolle ist real: Seit dem 25. Februar 2026 dürfen Fluggesellschaften niemanden mehr ohne gültige digitale Erlaubnis — ETA, eVisa oder Visum — nach Großbritannien befördern. Die Zeiten, in denen man das Thema am Zielflughafen klären konnte, sind vorbei; heute entscheidet es sich am Check-in in Schwechat.
Für Besuche nicht: Bis zu sechs Monate pro Aufenthalt sind visumfrei — Urlaub, Familie, Geschäftstermine, kurze Kurse. Seit dem 2. April 2025 ist dafür allerdings eine ETA (Electronic Travel Authorisation) verpflichtend, die vor dem Abflug online beantragt wird.
Nein. Seit dem Brexit verlangt Großbritannien von EU-Bürgern den Reisepass; der Personalausweis wird nicht akzeptiert. Die ETA ist zudem technisch an den Reisepass gebunden — ohne Pass kein Antrag.
20 £ pro Person zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, ohne Rückerstattung bei Ablehnung. Kinder und Babys brauchen jeweils eine eigene ETA zur vollen Gebühr; Eltern stellen den Antrag stellvertretend.
GOV.UK — Electronic Travel Authorisation (ETA)
Der offizielle britische ETA-Leitfaden mit Zugang zum Antrag (Englisch).
GOV.UK — Check if you need a UK visa or ETA
Offizielle Abfrage nach Staatsangehörigkeit und Reisezweck — zeigt die passende Erlaubnis an.
GOV.UK — Standard Visitor visa
Das Besuchervisum für alle Fälle, die die ETA nicht abdeckt — inklusive Ablehnungen.
GOV.UK — 'No permission, no travel': Ankündigung der ETA-Durchsetzung
Die Regierungsmitteilung zur lückenlosen Airline-Kontrolle ab 25. Februar 2026.
Antrag, Fotos und Sicherheitsfragen in einem Durchgang richtig — mit Prüfung vor dem Absenden, damit am Gate in Schwechat alles glatt läuft?
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