Trujillo, Peru

Aktueller City Guide mit Kurzinfos, Reisen, Business und Kultur.

Überblick

Trujillo ist die bedeutendste Küstenstadt Nordperus auf Meereshöhe — Ausgangspunkt für Chan Chan (die größte vorspanische Lehmziegelstadt Lateinamerikas), die Moche-Pyramiden und das Fischerdorf Huanchaco mit seiner 3.000 Jahre alten Totora-Bootbautradition.

Chimu- und Moche-Archäologie

Chan Chan (20 km², UNESCO Nr. 366) und die Huacas del Sol y Luna — zwei der bedeutendsten vorspanischen Stätten an der Pazifikküste, beide innerhalb von 5 km vom Stadtzentrum.

Koloniale Erbestadt

Plaza Mayor, Kathedrale, Fußgängerzone Jirón Pizarro und Casa de la Emancipación — Ort der ersten peruanischen Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1820.

Huanchaco-Küste und Surfen

Die jahrtausende­alte Caballito-de-Totora-Bootbautradition, ein beständiger Surf-Break und das ruhige Fischerdorf-Flair 12 km vom Kolonialzentrum.

Marinera-Tanz und Festivals

Perus Hauptstadt des Marinera-Nationaltanzes — der Januar-Wettbewerb zieht Teilnehmende aus dem gesamten Land; das September-Frühlingsfest belebt die Plätze mit Tracht und Paso-Pferden.

Nordküsten-Küchentour

Cabrito con Frijoles, Shambar (nur montags), Arroz con Pato und nördlicher Ceviche — eine Küstentradition, die sich deutlich von Lima und den Andenhochlandküchen unterscheidet.

Geschichte

Das Moche-Tal, in dem Trujillo liegt, ist seit mindestens 4.000 Jahren kontinuierlich besiedelt. Die Moche-Zivilisation (100–800 n. Chr.) errichtete hier ihr politisches und religiöses Zentrum — das Huacas-de-Moche-Komplex war das größte städtische Zentrum an der Pazifikküste seiner Zeit. Das Chimu-Königreich (900–1470 n. Chr.) machte Chan Chan anschließend zu einer der größten Städte im vorkolumbischen Amerika und regierte von hier aus einen über 1.300 km langen Küstenstreifen, bevor das Inca-Reich die Chimu 1470 eingliederte. Der spanische Konquistador Diego de Almagro gründete 1534 eine erste Siedlung hier; Francisco Pizarro gab der Stadt 1535 ihren heutigen Namen — nach seinem Heimatort Trujillo in der Extremadura. Am 29. Dezember 1820 erklärte Trujillo als erste Stadt Perus die Unabhängigkeit von Spanien — zwei Jahre vor der nationalen Erklärung von 1821 in Lima. Das Freiheitsdenkmal auf der Plaza Mayor und die Casa de la Emancipación erinnern an diesen Stolz bis heute.

Kultur

Die nordperuanische Küche ist ausdrücklich nordküsten­spezifisch. Shambar ist ausschließlich montags erhältlich — ein kräftiger Weizen-Bohnen-Schweinefleisch-Eintopf, den praktisch jedes Traditionsrestaurant am Montag ab ca. 08:00 Uhr anbietet. Cabrito con Frijoles (Ziegeneintopf mit Bohnen und Chicha) ist das typische Wochenendbericht. Arroz con Pato (Ente in Koriander-Grün-Reis) erscheint auf den meisten traditionellen Speisekarten. Nordlicher Ceviche verwendet lokale Pazifikfische mit intensiverer Leche de Tigre als Limas Versionen. Der Mercado La Hermelinda (Av. España) ist der praktische Markt für Frühstücksgerichte. Feste: Concurso Nacional de Marinera (Ende Januar) — nationaler Marinera-Tanzwettbewerb im Coliseo Gran Chimú oder der Mansiche-Arena, Perus größtes Tanzevent, Festival de la Primavera (September–Oktober) — Blumenteppiche, Paso-Peruano-Pferde, Tracht und Festköniginnen auf der Plaza Mayor, Festival Internacional de la Marinera (Januar, parallel zum Wettbewerb) — stadtweite Feiern mit kostenlosen Vorführungen und Akademien offen für Besuchende, Aniversario de Trujillo (5. März) — Stadtgründungsjubiläum mit bürgerlichen Paraden und Kulturveranstaltungen. Museen: Museo de Arqueología UNT — eine der größten präkolumbischen Sammlungen Perus, Moche-Keramik und Chimu-Metallarbeiten, Museo Cassinelli — private Sammlung mit über 15.000 Moche-/Chimu-Stücken in einem Tankstellenkeller, Chan-Chan-Museumsgebäude — Chimu-Stadtkontext und Konservierungs­dokumentation vor Ort, El-Brujo-Museumsgebäude (60 km nördlich) — Señora de Cao, tätowierte Moche-Herrscherin und Grabbeigaben, Casa Orbegoso — Kolonialpalais und Stadtmuseum am Jirón Independencia.

Praktisches

Sicherheit: Das historische Zentrum und die Tourismuszonen sind tagsüber in der Regel sicher. Übliche Vorsicht am Mercado La Hermelinda und in belebten Busbereichen. Bei Chan Chan offiziellen Führern oder Reisegruppen folgen statt eigenständig abseits der markierten Wege zu gehen — das Gelände ist weiträumig und eine Desorientierung ist real möglich. Nachtfahrten zwischen Stadtzentrum und Huanchaco sind mit registrierten Taxis sicher. Sprache: Spanisch dominiert durchgehend. Englisch ist in touristischen Hotels und Agenturen im Stadtkern verfügbar; begrenzt bei Chan Chan und Huanchaco außerhalb geführter Touren. Währung: Peruanischer Sol (PEN). Eintrittsgebühren bei Chan Chan und den Huacas de Moche sind bar zu zahlen. Karten in Hotels und Restaurants des Stadtzentrums. Geldautomaten am Plaza Mayor und der Av. España; auch am Busterminal.
Reiseüberblick

Trujillo liegt auf Meereshöhe an der nordperuanischen Küste, 560 km nördlich von Lima — ein ausdrücklicher Vorteil gegenüber den Hochlandzielen, da keinerlei Höhenakklimatisierung erforderlich ist. Der koloniale Stadtkern lässt sich in einem halbtägigen Spaziergang von der Plaza Mayor aus erschließen; der archäologische Hauptkreislauf — Chan Chan (5 km westlich), Huacas del Sol y Luna (5 km südlich) und das Fischerdorf Huanchaco (12 km nordwestlich) — ist in zwei Tagen ohne lange Transfers zu bewältigen. Chan Chan ist die größte vorspanische Adobe-Stadt Lateinamerikas: ein UNESCO-Welterbe (Liste Nr. 366, seit 1986 auch auf der Roten Liste gefährdeten Welterbes wegen El-Niño-Erosionsschäden) über 20 Quadratkilometer. Das Huacas-de-Moche-Komplex südlich der Stadt bewahrt einzigartige polychrome Wandmalereien der Moche-Kultur (100–800 n. Chr.) in mehreren überlagerten Bauphasen. Trujillo bezeichnet sich außerdem als Hauptstadt der Marinera — des peruanischen Nationaltanzes — und richtet jedes Jahr im Januar den größten Wettbewerb des Landes aus.

Trujillo entdecken

Trujillos Plaza Mayor ist einer der am besten erhaltenen Kolonialplätze der nordperuanischen Küste — das eiserne Freiheitsdenkmal (1820) in der Mitte erinnert an Trujillos Rolle als erste peruanische Stadt, die 1820 die Unabhängigkeit erklärte, zwei Jahre vor Lima. Die Kathedrale (1647–1666) bildet die nordwestliche Flanke; die Casa de la Emancipación (freier Eintritt, Jirón Pizarro 610), wo die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde, liegt eine halbe Straße entfernt. Die Fußgängerzone Jirón Pizarro westlich der Plaza konzentriert Kolonialpaläste mit charakteristisch bemalten Fassaden und schmiedeeisernen Fensterkäfigen — Casa Urquiaga, Casa Orbegoso und die Casa de los Leones sind die Hauptbeispiele. Das Stadtzentrum ist in 2–3 Stunden zu Fuß erschließbar.